Wo der Kaffee aus Schüsseln getrunken wird…

5
(2)

Im Februar 2019 fand an unserer Schule wieder ein Französischaustausch mit dem Collège Jean Moulin in St. Nazaire statt. Für viele der Franzosen war es das erste Mal in Deutschland und vieles scheint hier anders zu sein. Doch was genau ist hierzulande anders als in Frankreich?

Die Schule

Der Schulhof des Collège Jean Moulin

Die Schulen hier und in Frankreich unterscheiden sich sehr. Bei uns beginnt die Schule um einiges früher, was zum Leidwesen der Franzosen war, da diese viel früher als gewohnt aufstehen mussten. Denn bei ihnen fängt die Schule frühestens um 8 Uhr an, manchmal auch erst um 9 Uhr. Außerdem haben sie normalerweise vier Mal Nachmittagsunterricht, manche auch nur drei Mal, was trotzdem mehr ist als bei uns.
Statt 45 Minuten dauert in Frankreich eine Schulstunde 55 Minuten. Der größte Unterschied ist jedoch, dass in Frankreich alles viel strenger geregelt ist. Die Schule ist mit einem Zaun eingegrenzt, so dass man das Schulgelände nicht vor Schulende verlassen kann. Dies wäre für die meisten von uns unvorstellbar. Besonders gefallen hat den Franzosen, dass wir hier in den Pausen im Schulhaus bleiben dürfen und nicht, wie in Frankreich bei jedem Wetter rausgehen müssen. Insgesamt fanden alle Austauschschüler unsere Schule sehr schön und ihnen hat das Schönbuch Gymnasium besser gefallen als ihre eigene Schule in St. Nazaire.

Das Wetter

Gerade so etwas wie Schnee und Eis ist für die Austauschschüler aus St. Nazaire ziemlich selten. Denn dort herrschen ganzjährig ziemlich milde Temperaturen, die normalerweise nicht unter 0°C sinken. So war der Schnee hier für die Franzosen etwas Besonderes und Schlitten bzw. Poporutscher fahren war ein tolles Ereignis. Einige erlebten hier das erste Mal Eis beim Schlittschuhlaufen.

Das Essen

Neue Erfahrungen sammelten die Franzosen aber nicht nur in der Schule, sondern vor allem bei ihren Austauschpartnern daheim, denn es wurden sehr viele regionale Spezialitäten zubereitet, die sie das erste Mal probieren durften. Denn hier kamen andere Gerichte als in St. Nazaire auf den Tisch. Statt vieler Fisch- und Meeresfrüchtegerichte oder Galettes bekamen die Schüler hier Maultaschen, Spätzle und einiges mehr aufgetischt. Den Meisten hat das Essen sehr gut geschmeckt und einer der Favoriten waren Spätzle.

Der Gegenbesuch

Als wir deutschen Schüler uns Ende März 2019 auf den Weg nach Frankreich machten, hatten wir dort die Möglichkeit uns von den Unterschieden zu überzeugen.
Schon gleich bei der Begrüßung fing es an. Statt wie bei uns sich zu umarmen oder die Hand zu geben, wurden die meisten Schüler von der ganzen Familie mit Küsschen auf die Wange, besser gesagt mit „la bise“ empfangen.
Beim Frühstück stand bei vielen eine große Schüssel auf dem Tisch, die wie eine Tasse genutzt wird um Kaffee oder Tee daraus zu trinken. Das war zuerst ziemlich merkwürdig, aus einer Schüssel zu trinken. Das Frühstück sah bei allen anders aus. Manche bekamen das typische französische Frühstück mit Pain au chocolat, Baguette und einer Käseplatte serviert, andere bekamen nur Müsli oder Toastbrot. Vereinzelten Schülern wurde auch gar kein Frühstück angeboten.
Wie schon die Franzosen uns von ihren Schulen erzählt haben, ist vieles anders geregelt. Alle Schüler versammeln sich vor dem Unterricht an einer Linie (die wie ein Zeitstrahl aussieht). Auf diesem Strahl stehen verschiedene Zahlen, die für die Raumnummern der Klassenzimmer stehen. Dann wird gewartet, bis der Lehrer kommt und mit der ganzen Klasse gemeinsam zum Klassenzimmer geht. Manche Lehrer erwarten, dass die Schüler sich in einer Reihe vor dem Zimmer aufstellen, nacheinander in den Raum treten und den Lehrer begrüßen. Außerdem bekamen wir selber die strengen Pausenaufsichten (Surveillants genannt) zu spüren. Selbst die Toiletten werden nur in der großen Pause aufgeschlossen und sozusagen von den Surveillants bewacht.
Die Mensa hingegen war vom Prinzip relativ gleich, nur auch hier wurde alles strenger kontrolliert und es ist genau geregelt, wer zu welcher Uhrzeit essen darf. Uns Deutschen hat das Essen in der Mensa nicht so gut geschmeckt, dennoch essen fast alle Franzosen täglich in der Mensa, da es keine anderen Möglichkeiten gibt, wie bei uns zu Rewe gehen. Wie auch schon angesprochen, war alles mit einem Zaun eingegrenzt und um Punkt 8 Uhr wurden alle Tore nach außen verriegelt. Die Schüler haben zudem jeden Tag Nachmittagsunterricht, da sie vormittags meistens nur 4 Schulstunden haben.
Für uns auch sehr schön war der Strand und das Meer von St. Nazaire. Das haben wir in Holzgerlingen ja leider nicht. Wir sind fast jeden Tag an den Strand gefahren. Mit dem Wetter hatten wir in der Woche ziemlich Glück, da jeden Tag die Sonne schien und es sogar Temperaturen bis zu 20°C gab, was für die Bretagne relativ warm ist. Zum Leidwesen einiger deutschen Schüler wurden vielen auch die typischen Gerichte serviert. Was also häufig Fisch und Meeresfrüchte bedeutete, wie zum Beispiel Miesmuscheln oder Austern Aber auch Galette und Crêpes wurden in den verschiedensten Varianten probiert, was dann wieder fast allen geschmeckt hat. Was es in Deutschland auch eher weniger gibt, sind Patisserien, die wir dort eigentlich an jeder Ecke gesehen haben. Viele leckere Süßspeisen und Desserts konnte man dort kaufen, wie z.B die bekannten Macarons, aber auch Eclairs und Baignets. Einige hatten das Glück und kamen auch in den Genuss, diese Spezialitäten zu probieren. Insgesamt war es eine aufregende Woche, in der wir viele neue Dinge kennengelernt haben. Zu den Gastfamilien gab es verschiedene Meinungen, einige hatten das Glück und haben viele Erfahrungen gesammelt und ihnen wurde die Kultur gezeigt, wohingegen andere sich nicht ganz so wohl in ihren Familien gefühlt haben.
Gerade wegen der Unterschiede der beiden Länder lernen die Schüler viel Neues bei einem Austausch und können neue Kulturen und Sitten kennenlernen. Viele der Schüler fanden dies das Interessanteste an dem Austausch.

Gerade wegen der Unterschiede der beiden Länder lernen die Schüler viel Neues bei einem Austausch und können neue Kulturen und Sitten kennenlernen. Viele der Schüler fanden dies das Interessanteste an dem Austausch.

Von Kim

Bewerte diesen Artikel!

durchschnittliche Bewertung: 5 | Anzahl der Bewertungen: 2

Bisher keine Stimmen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

0 Antworten auf “Wo der Kaffee aus Schüsseln getrunken wird…”

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.