Der ELCH Die Schülerzeitung des SGH

Was bringt uns die Zukunft? – Kann das Projekt „virtuelle Zukunftsakademie“ unsere Fragen beantworten?

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Über 150 Schüler und Schülerinnen saßen am Dienstagnachmittag gespannt vor den Bildschirmen und warteten auf den Anfang der ersten virtuellen Zukunftsakademie. Die Zukunftsakademie, welche ein Programm der Stiftung Kinderland, einer Unterstiftung der Baden-Württemberg Stiftung ist, hätte auch in diesem Jahr in Stuttgart an einem Wochenende mit unterschiedlichen Workshops und Vorträgen zu Zukunftsthemen stattgefunden. Doch diese musste, wie alle Veranstaltungen, abgesagt werden und so kam es, dass die Zukunftsakademie dieses Jahr das erste Mal online stattfand. Auch hier war natürlich Corona in Bezug auf die Zukunft ein zentrales Thema. Bewerben konnte sich jeder Schüler zwischen 15 und 18 Jahren in Baden-Württemberg, so auch ich.

Ohne wirklich genau zu wissen, was auf mich zukommt, loggte ich mich also am Dienstagnachmittag zu der virtuellen Zukunftsakademie ein. Sofort wurde ich im Chat von den anderen Teilnehmern begrüßt und es wurde gegenseitig ausgetauscht, woher man kommt. So haben wir feststellen können, dass wirklich TeilnehmerInnen aus dem ganzen Bundesland verteilt online waren. Nach kurzer Zeit ging es auch schon los: Moderiert wurde das ganze durch Mirko Drotschmann, oder besser bekannt unter MrWissen2go. Ein paar Worte und Informationen später bekamen wir einen virtuellen Rundgang durch die Technische Hochschule in Ulm. Überhaupt dreht sich dort so einiges um das Thema Corona und die Studenten beschäftigen sich in Vorlesungen mit Krankheitslehre und Anatomie, sodass sie das Virus besser verstehen können. Zudem werden Sie mit verschiedenen Projekten direkt eingebunden und können ihre Ideen einbringen. Uns wurden ihre drei Projekte in Bezug auf Corona genauer vorgestellt: Die gläserne Lunge, welche Beatmungsgeräte testet, der Biotechnische Bereich, welcher sich momentan mit dem Loswerden von Keimen und Viren beschäftigt und die Prüfung von (DIY-) Schutzmasken.

Eine gute halbe Stunde und viele interessante Eindrücke später schaltete sich der Journalist Christian Milankovic von der Stuttgarter Zeitung zu uns ein und erzählte von den Veränderungen für das Arbeiten als Journalist. Denn natürlich bringt Corona sowohl wirtschaftliche Folgen für die Medien (Stichwort Kurzarbeit), aber es ändert auch die Arbeitsweisen und Inhalte. Denn diese sind durch die ganze Virologie noch komplexer und für die meisten ist dieses Thema absolutes Neuland. Trotz der negativen Seiten sind beispielsweise die digitalen Zugriffszahlen so hoch wie noch nie. Als Fazit sagte Milankovic: „Es war selten spannender, ein Journalist zu sein“.

Mit live-Umfragen wurden wir Teilnehmer immer wieder mit einbezogen. Jeder konnte also selber auf eine gestellte Frage abstimmen. So stellten wir beispielsweise selber fest, dass die Einschränkungen durch das Corona-Virus ein sehr häufiges Gesprächsthema in unserem Alltag geworden sind, denn 47% gaben an, oft darüber zu sprechen und weitere 20% sogar ständig.

Weiter ging es mit dem wohl interessantesten Punkt des Tages: Die Fragerunde mit Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Prof. Dr. Volker Reuter von der Technischen Hochschule Ulm und Christian Milankovic. Hierfür schalteten sich die Genannten live dazu und wir konnten sie in unseren Bildschirmen sehen.

Begonnen wurde diese mit einer weiteren Umfrage, ob wir uns bezüglich des Corona-Virus aufgeklärt fühlen. Unsere Antwort „geht so“, für die über 50% gestimmt hatten, konnte sie nicht nachvollziehen, da man sich durch die Medien sehr gut informieren kann. Weiter ging es mit Fragen, die jeder Schüler selber stellen durfte. Natürlich konnten bei der Fülle an Fragen nicht alle beantwortet werden, aber die drei versuchten, möglichst viele zu beantworten. Eine der brennendsten Frage war wohl, wie es mit der Schule weiter geht. Die Antwort lautete, dass solange weiterhin Abstandregelungen gelten, es keine Normalität geben wird und Unterricht nur in kleinen Klassen mit einem rotierenden System und einer Mischung aus Homeschooling und Präsenzunterricht möglich sein wird. Für SchülerInnen, die Probleme mit dem online-Unterricht hatten, soll es die Möglichkeit geben, in Kleingruppen mit einem Lehrer eine Art Nachhilfe in den Sommerferien zu bekommen. Außerdem wird der Bildungsplan wahrscheinlich für nächstes Jahr geändert, als Reaktion auf den fehlenden Stoff, der dieses Jahr nicht geschafft wurde.

Die letzte Umfrage an uns Teilnehmer war, ob es durch Corona auch positive Entwicklungen oder Veränderungen gibt. Die Mehrheit war der Meinung, dass es auf jeden Fall positive Veränderungen mit sich bringt. Als Beispiele wurden unter anderem hier ein besserer Umgang miteinander und das Bewusstsein, das Krisen real sind, genannt. Dr. Susanne Eisenmann ergänzte noch die gute digitale Aufstellung der Schulen, die Wertschätzung, zur Schule gehen zu können, um dort Lehrer und Freunde in echt zu sehen und sie sagte, dass sie ein anderes Arbeitsverhalten gelernt hat. Also zum Beispiel wurde ihr klar, dass es auch gut möglich ist, eine Videokonferenz zu halten, anstatt mit dem Flieger nach Berlin zu fliegen. Auch Herr Reuter konnte hinzufügen, dass die Wissenschaft wieder mehr wertgeschätzt und ihr mehr geglaubt wird. Als Abschluss der Zukunftskonferenz wurden uns noch die Workshopthemen für kommenden Dienstag vorgestellt. Hier gibt es verschiedene Themenbereiche wie Umwelt, Mobilität oder digitale Medien. Nun ist unsere Aufgabe, zum jeweiligen Thema Aufgaben zu bearbeiten und im nächsten Teil der Zukunftsakademie geht es dann in die Workshops. Wir warten gespannt, was die Zukunft bringen wird…

Von Kim, Teilnehmerin der virtuellen Zukunftsakademie 2020

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