Tag 13: Herr Schimmer

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Das machen Schüler und Lehrer während der Quarantäne – So verbringt unser Direktor Herr Schimmer die Zeit:

Ein Tag des Schulleiters in der Corona-Zeit

Meine Tage sind seit der Schulschließung seltsamerweise eintöniger geworden. Ich stehe in der Regel um 6.00 Uhr auf, Frühstücke und fahre mit meinem Motorrad zu Schule. Mein Arbeitstag beginnt so gegen 7.30 Uhr, da ich als Schulleitung vom Kultusministerium aufgefordert worden bin während den Unterrichtszeiten im Gebäude präsent zu sein. Als erstes öffne ich mein Mail-Programm und checke die Nachrichten. In den Tagen bin ich dann häufig dort sitzen geblieben und habe mehr oder weniger den ganzen Tag E-Mails und Anrufe beantwortet. Mal waren es Fragen und Anmerkungen zur Nutzung von Office365 oder dem Filr-System oder zur möglichen Öffnung der Schule und ganz viele sehr nette Worte der Aufmunterung von Elternseite. Aber ich vermisse die Schüler*innen, die Kolleg*innen und die Sekretär*innen und das ganze Leben im Haus schon sehr. Außer mir sind noch der Hausmeister und das Putz-Team regelmäßig im Haus.

Frau Belle-Häsler kommt auch jeden Tag für mehrere Stunden an die Schule und wir beraten uns über anstehende Fragen. Z.B. diskutieren wir darüber, wie wir die Vorgaben des Kultusministeriums zum Abitur konkret an unserer Schule umsetzen könnten. Das ist natürlich in einer Zeit, in der wir noch nicht einmal wissen, wann die Schule wieder öffnen wird, ein bisschen Kaffeesatzleserei. An manchen Tagen treffen wir uns mit der erweiterten Schulleitung per Videokonferenz. Am Nachmittag als etwas ruhiger wird setzen wir uns an die Planung des nächsten Schuljahres. Dazu müssen die Wahlen in Klasse 5 und 7 ausgewertet und die Fachschaften abgefragt werden. Als ich das erste Mal hörte, dass die Schule schließt und ich den ganzen Tag in der Schule sein soll habe ich mir nicht vorstellen können, dass ich so beschäftigt sein werde. Ich hatte eigentlich gehofft, ich könnte endlich Zeit haben mich in Mario Kart so zu verbessern, dass ich mit meiner Tochter mithalten kann. So musste ich sie am Wochenende dann doch leider wieder an mir vorbeiziehen lassen.

An einigen Tagen bin ich noch mit meiner Drohne um das oder im Schulhaus geflogen, was wirklich Spaß gemacht hat. Einmal die Woche skype ich mit meiner Spanischlehrerin in Buenos Aires und es ist der Wahnsinn zu sehen, dass fast die gesamte Welt zum Stillstand gekommen ist. Meist fahre ich dann nach dem fiktiven Unterrichtsschluss um 17.05 Uhr wieder zurück nach Tübingen. Zu Hause setze ich mich eine halbe Stunde auf den Ergometer und schaue „Elite“. Oft checke ich noch einmal in die E-Mails am Abend, weil es im Moment so viele sind, sodass ich nicht am nächsten Morgen einen so großen Berg vor mir habe. Danach koche ich und esse zusammen mit meiner Frau bei der Tagesschau. Meistens bleiben wir dann vor einer Netflix-Serie hängen.

Ich wünsche der ganzen Schulgemeinschaft Gesundheit, ein schönes Osterfest und freue mich euch wieder in der Schule begrüßen zu dürfen!

Von Herr Schimmer

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