Tag 12: Frau Kieninger

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Das machen Schüler und Lehrer während der Quarantäne – Frau Kieninger teilt uns ihren Tag mit:

What I Eat In A Day – so nennt man das doch, oder?

Es ist Sonntag, 19:37 Uhr, ich starre seit über 15min auf meinen Laptop und es passiert nichts. Das ist der Moment, in dem ich es kurz bereue, hierfür zugesagt zu haben. Da ich grundsätzlich ja eher die Travel- und Lifestyle-Bloggerin bin, stellt ihr mich mit einem Quarantäne-Blogpost vor eine spannende Herausforderung – wie spannend es dann tatsächlich wird, werden wir sehen.

Ja also, wie macht man das jetzt, wie beginne ich? Es muss definitiv erstmal eine Struktur her. So lernt man das doch auch in der Schule, oder? Doch welche Struktur hat mein Tag in solchen verrückten Zeiten? Da bleibt bei mir letztendlich nur eine treue Konstante übrig: Essen. Daher nehme ich euch heute mit auf eine kulinarische Reise – da wären wir dann auch wieder bei meiner wahrlichen Passion – und gebe euch exklusive Einblicke in what I eat in a day.

Starten wir chronologisch mit dem Frühstück, meinem absoluten Favoriten unter den Mahlzeiten, was bei mir im Alltag jedoch leider viel zu häufig zu kurz kommt. Jetzt ist dafür endlich mal Zeit. Nach einer kurzen Runde Yoga starte ich damit meist gegen 9:00 Uhr, wobei mir heute beim Vorbereiten etwas ganz unverhofft Schönes passierte: Ich fand auf dem Boden eine Erbse. Zugegebenermaßen klingt das erstmal relativ unspektakulär. Diese kleine, unschuldige, grüne Erbse steht jedoch symbolisch für die unbeschwerte Zeit, bevor Corona unser aller Leben bestimmte. Eine Zeit, in der man noch Freunde zum Essen einladen konnte und dabei eine komplette Packung tiefgefrorener Erbsen auf den Küchenboden wirft und sich diese kleinen Mistkerlchen seitdem nahezu unerreichbar hier und da unter den Küchenschränken verstecken. Mit dieser Nostalgie im Nacken starte ich in mein erstes Tageshighlight: Spiegelei mit grünem Allerlei. Dazu Kaffee, Brezel, Obst.

Nach einer kurzen Verdauungspause, gefüllt mit Telefongesprächen rund um den Globus, widme ich mich dem Haushalt: Staubsaugen, Wäsche, Fenster putzen. Das ersetzt definitiv mein heutiges Home-Workout. So wie sich das nämlich für eine vorbildliche Sportlehrerin gehört, absolviere ich das ansonsten selbstverständlich jeden Tag gewissenhaft und stets motiviert. Wirklich. Dafür sorgt der soziale Druck. Aus einem Spaß heraus wurde plötzlich bitterer Ernst und so finde ich mich fast täglich mit einer kleinen Gruppe aus meinem JS1-Kurs zum online-Sporteln zusammen. An dieser Stelle: Danke dafür, ihr seid super!

Aber heute ist Sonntag, da darf dann auch mal ein bisschen Abstand zwischen SchülerInnen und LehrerInnen herrschen. Zudem sind heute die Geschäfte geschlossen und ich hätte keine Möglichkeit, mir eine neue Glühbirne anzuschaffen. Die in meiner Deckenlampe hat es nämlich beim ersten Home-Workout direkt mal in tausend Stücke zersprengt. Zwei Ausfallschritte hier, drei Hampelmänner da und „batsch“. Ob das jetzt schon die Resultate meines intensiven Krafttrainings waren?

Kommen wir aber zurück zum Wesentlichen. Als kleine Stärkung am Mittag gab es Avocado mit Früchten. Simpel aber lecker!

Anschließend gebe ich mich mehr oder weniger meinem ambitioniert gewählten tausend teiligen Puzzle hin. Es bleibt eindeutig bei „weniger“, weshalb mein Ziel für die kommenden Tage lautet: Arbeite an deiner Frustrationstoleranz!

Ihr kennt das aber sicherlich auch, wenn es dann so langsam Zeit für Kaffee und Kuchen – in meine Fall Zimtschnecken – wird, muss man eben Prioritäten setzen. Und hey, entspannte Pausen müssen sein – die dürfen dann auch mal zwischen siebtem und achtem Puzzleteil liegen.

Jetzt gilt es wachsam bleiben. Es gibt nämlich nur ein ganz kurzes Zeitfenster, in dem momentan mein Balkon ein paar Sonnenstrahlen abbekommt. Mit einem guten Buch sowie einer weiteren Tasse Kaffee stehe ich also schon in den Startlöchern, um die Zeit voll und ganz auszunutzen.

Irgendwann gegen 18:00 Uhr geht es für mich noch für einen Abendspaziergang eine kleine Runde raus, um mich anschließend dann wieder auf die wirklich wichtigen Dingen im Leben zu konzentrieren. Das, was euch sicherlich schon brennend interessiert – mein Abendessen. Zum Glück konnte ich letzte Woche nach einer kleineren Odyssee endlich eine Packung Mehl ergattern, sodass ich meinen Pizzateig nicht mit Haferflocken strecken muss. Auch in diesen Zeiten muss man Traditionen bewahren. Bei mir ist das die „Wir-haben-Ferien-Pizza“, die es heute dann auch endlich gab. Denn: Wir haben Ferien! Was auch immer das in den nächsten Wochen für jeden einzelnen von uns heißen mag, ich wünsche euch auf jeden Fall ein paar entspannte Tage und natürlich frohe Ostern!

Und dass ich vergessen habe, meine unglaublich beneidenswert aussehende Pizza zu fotografieren (siehe Beitragsbild), beweist einmal mehr, dass ich für diese Art von Blog einfach nicht geschaffen bin.

Von Frau Kieninger

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