Serie: Ehemalige des SGH (Teil 1)-ein weltbekannter Zauberer im Interview

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Unsere Redakteurinnen mit dem Magier

Timo Marc, ein Magier mit internationaler Erfahrung und sogar eigenem Buch erzählt über seine Schulzeit, wie man seine Träume verwirklicht und noch viel mehr.

Du bist ein sehr bekannter Zauberer geworden. Wie ist es dazu gekommen ?

Angefangen hat alles hier am SGH in der Zauber-AG. Ich bin 1990 in die 5. Klasse gekommen und bei der Aufnahmefeier zauberte der Schüler Carsten Gerhard von der Zauber-AG. Er hat mich begeistert und daraufhin bin ich in die Magiergruppe eingestiegen. Dort hat mich die Zauberei wirklich sehr gepackt! Meine Zeit in der AG war sozusagen meine Grundausbildung. Weil das so toll war und wir so viel Spaß mit der Magie hatten, war für mich klar, als das Abitur 1999 kam, dass es das nicht gewesen sein kann. Ich wollte mehr daraus machen.
Den Anschluss nach der Schule habe ich dann beim Magischen Zirkel Stuttgart gefunden. Das ist ein Verein für Amateur- und Profimagier. In dieser Zeit entwickelte ich meine eigenen Ideen, Erfindungen und Darbietungen mit der Hilfe von Zauber-AG und Vereinsmitgliedern. Ich nahm an Wettbewerben teil und hatte einen guten Lauf: zweifacher Deutscher Meister, Grand Prix Sieger von Monte Carlo, Siegfried & Roy Award in Las Vegas und weitere Auszeichnungen u.a. in Paris, Moskau, Luxemburg und Shanghai konnte ich gewinnen. Das war für mich als „kleiner“ Zauber-AGler ein unbeschreibliches Gefühl. Bei all diesen Wettbewerben sind Agenturen und Showproduzenten auf mich aufmerksam geworden. Und schon rollte der Ball.

Wie sah es mit der Schule aus? Hast Du nebenher gezaubert oder musste die Schule etwas darunter leiden?

Es war in einer guten Balance. Beides lief Hand in Hand: Abitur und eine Art Zauberer-Ausbildung. Glücklicherweise hatte die Zauber-AG, und damit auch ich, stets die Unterstützung von Lehrern, Schulleitung und Stadtverwaltung. Uns wurden viel Freiräume ermöglicht, so dass wir unzählige Aufführungen organisieren konnten. Da kann ich, auch im Namen der AG, nicht genug danken. Wir haben dadurch viel gelernt!

Wie bist Du darauf gekommen, in einer Bank zu arbeiten? Das ist ein ziemlicher Kontrast zu dem, was Du jetzt machst.

Mir war schon früh klar, dass ich einmal Berufsmagier werden möchte. Aber ganz ohne Ausbildung wollte ich auch nicht dastehen. Ein Studium war mir zu theoretisch und dauerte mir zu lange, so wählte ich eine Ausbildung zum Finanzassistenten, bei der man nach zwei Jahren einen Abschluss hat. Wir hatten ein tolles Team, ich blieb sechs Jahre dabei und ich habe für meine Selbständigkeit, die 2006 begann, viel gelernt.

Was waren Deine Lieblingsfächer?

Mathematik und Biologie haben mir am meisten Spaß gemacht. Da hatten wir auch super Lehrer.

Wann hast Du Dein Abitur gemacht?

Das war 1999.

Pflegst Du noch Kontakt zu ehemaligen Mitschülern?

Ja, ich bin mit vielen ehemaligen Zauber-AGlern in unregelmäßigen Kontakt. Das Holzgerlinger Varieté hat sich zu einem Ehemaligen-Treffen entwickelt. Das ist super toll!

Wolltest Du schon immer Zauberer werden?

Dieser Wunsch hat sich erst durch die Zauber-AG entwickelt und wurde während meiner Schulzeit immer stärker.

Was hast Du bei Deinem BOGY gemacht?

Bei uns gab es das leider noch nicht. Aber ich habe auf eigene Initiative in der 12. Klasse ein Bankpraktikum in den Sommerferien gemacht.

Mit welchen Worten würdest Du Deine Zeit am SGH beschreiben?

Meine prägendste Zeit.

Was hat sich an der Schule verändert?

Vieles. Viel mehr Unterricht, Schüler, Lehrer und Gebäude. Es gibt weniger Frontalunterricht, das ist gut! Wissen ist viel, aber nicht alles.

Was mochtest Du am meisten an der Schule?

Dass wir die Möglichkeit, das Angebot und die Zeit hatten, neben dem Unterricht auch andere Dinge auszuprobieren und uns zu verwirklichen.

Wie kann man Zauberer werden?

Zum Beispiel durch die Zauber-AG, Fachbücher oder das Internet. Auch auf www.timomarc.de kann man Lernvideos anschauen, wenn man auf das Foto auf der ersten Seite klickt. Dann landet man auf einem geheimen Youtube-Kanal von mir.

Welche Länder hast Du als Zauberer schon besucht?

Glücklicherweise sind die Magie und die Begeisterung eine internationale Sprache. So konnte ich in über 40 Ländern auf der Bühne stehen.

Was würdest Du Schülern mit auf den Weg geben, die auch ihren Traum verwirklichen wollen?

Ich würde empfehlen an seinem Traum festzuhalten, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Rückschläge sind wichtige Lernmomente. Man sollte sich seinen Traum jeden Tag vor Augen führen. Sich vorstellen, wie toll das ist. Alles, was dem Traum dient, sollte man tun oder zumindest ausprobieren. Sollte es AGs, Schulen oder Vereine geben, die einem dabei helfen können, dann den Kontakt suchen. Und am Wichtigsten: nicht nur träumen, sondern auch mit Neugier, Spaß und Freude in Aktion treten.

Von Pauline & Lina

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