Die Schultiere in Quarantäne

„Mama, wann ist endlich Morgen?“ Der Ruf schallt an mein Ohr und ich denke: Offensichtlich jetzt. Egal, ob Ferien oder Corona, auf den kindlichen Biorhythmus ist Verlass. Und während ich mit Rückenschmerzen ins Kinderzimmer torkle, ausnahmsweise mal, ohne vor irgendeine Kante zu laufen, denke ich: Es war eine wirklich blöde Idee, in Corona-Zeiten des geschlossenen Einzelhandels eine neue Matratze zu kaufen.

Schüler fragen nach – was macht Herr Ackermann während der Quarantäne?

Ich habe meine 9d gebeten, mir Fragen zu stellen. Auch wenn ich versprochen habe alle zu beantworten, habe ich die persönlichsten und peinlichsten selbstverständlich aussortiert. Im Folgenden findet ihr nun das Interview zwischen mir und meiner Klasse. Kleiner Spoiler, die brennendsten Fragen der Schüler kommen gleich zu Beginn:

Lernfilme drehen, Videokonferenzen abhalten und noch vieles mehr

Heute kann ich es mir erlauben, auszuschlafen und werde um 9 Uhr wach. Noch bis spät in die Nacht hatte ich mich über den Sternschnuppenschwarm der Lyriden informiert, der am frühen Morgen zu sehen gewesen wäre. Vielleicht hätte ich mich in dieser sternenklaren Nacht doch aufraffen sollen?

Trotz Stillstand muss es weitergehen!

7:00 Uhr am Morgen. Der Wecker klingelt schrill in meinen Ohren. Was, schon aufstehen? Trotz der Ausnahmesituation muss das wohl doch sein. Aber so früh schon? Na gut, lass uns was aus dem Tag machen! Um 7:10 schlurfe ich also noch etwas schlaftrunken ins Bad. Da kann nur ein Schwall kaltes Wasser helfen!

Zwischen Vergangenheit und Zukunft

Wieder einmal aufgerafft – der Tag beginnt derzeit meist zwischen halb acht und acht – in den Ferien muss ich ja nicht als Klassenlehrer früh nach dem Material für die Klasse schauen und alles hochladen – aber da sind meine zwei Jungs, die beide auf die Abschlussprüfung lernen sollten, der eine lernt gerade für die Mittlere Reife und startet erfreulich früh, der andere lernt fürs Abi, aber da dauert es etwas länger, weil man ja des Nachts online seine sozialen Kontakte pflegen muss…

Tag 14: Frau Hobritz

Also gut, so sieht er aus, mein Alltag: 6.55 Uhr, das Gedudel des Radioweckers reißt mich aus dem Schlaf und ich denke, was soll das denn, ich hab doch Feeeeeeeeeeeeeeeeeeeeriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiien!! Aber Gunnar hat Homeoffice, Arbeitsbeginn ca. 8 Uhr. Soll er doch aufstehen, ich dreh mich nochmal rum…

Tag 13: Herr Schimmer

Meine Tage sind seit der Schulschließung seltsamerweise eintöniger geworden. Ich stehe in der Regel um 6.00 Uhr auf, Frühstücke und fahre mit meinem Motorrad zu Schule. Mein Arbeitstag beginnt so gegen 7.30 Uhr, da ich als Schulleitung vom Kultusministerium aufgefordert worden bin während den Unterrichtszeiten im Gebäude präsent zu sein.

Tag 12: Frau Kieninger

Es ist Sonntag, 19:37 Uhr, ich starre seit über 15min auf meinen Laptop und es passiert nichts. Das ist der Moment, in dem ich es kurz bereue, hierfür zugesagt zu haben. Da ich grundsätzlich ja eher die Travel- und Lifestyle-Bloggerin bin, stellt ihr mich mit einem Quarantäne-Blogpost vor eine spannende Herausforderung – wie spannend es dann tatsächlich wird, werden wir sehen.

Tag 11: Herr Lany

Morgens halb zehn in Deutschland. Langsam wird’s nun wirklich Zeit aufzustehen. Das meint zumindest der Hahn, den irgendeiner meiner Nachbarn scheinbar seit einigen Wochen mitten im Wohngebiet halten muss. Glücklicherweise ist es ja aber noch Frühling und noch lange nicht so warm, dass man mit offenem Fenster schlafen muss…